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jason o.1

Ich lungerte hinter einem Busch, spät abends. Die Lichter der Laternen gingen wie automatisch von der anderen Straßenseite an, nur diese Seite nicht. Mein Herz klopfte mir mal wieder laut bis zum trockenen Hals und meine Hände glitschten geradezu. Mir war zudem noch sehr kalt und ich musste noch ein paar Mathearbeiten korrigieren. Die Jungs haben echt oft Schnapssideen! Ich bin schon so tief gelandet, dass ich das hier wage. Die dünne Schneeschicht unter meinen Füßen knisterten theatralisch. Ich hörte mein Blut im Ohr rauschen. Kalte Füße, auch das noch! Ich finde das unakzeptabel. Da! Eine asiatisch wirkende Frau. Oder Kind? Oder Jugendliche? Teenager? Hier war es so dunkel, ich konnte nur sehr schlecht etwas erkennen. Ich selbst war schwarz angezogen, unauffällig wie möglich. Jetzt oder nie! Oder wolltest du für den Rest deines Lebens keinen Sex mehr haben? Also stürmte ich etwas linkisch aus dem braunen Busch und griff ihr die Händezusammen. Sie hatte warme, schmale, zarte Hände. Ihr pinker Ipod fiel zu Bode, der Schnee machte die Landung sanfter. Sie drehte sich, mit weit aufgerissenen Augen, um. Schnell, wie eingeübt, zerrte ich das Mädchen hinter den Busch und drückte sie nieder. Ihr lässiger Zopf löste sich und die gleichmäßig, gewellten Haare breiteten sich auf den schmutzigen Boden aus. Ihre Haut war blass, aber gesund blass, und wegen der eisigen Kälte waren ihre Wangen gerötet. Ein echtes Prachtexemplar! Ich zog ihr hastig den schwarzen Mantel aus, dadrunter trug sie einen grauen Rollkragenpulli mit einem braunen Teiliengürtel. Ich hörte sie nicht mehr atmen, sie schloss die Augen einfach nur ängstlich zu und ihr ganzer Körper verkrampfte sich. Mit der einen Hand griff ich ihr gekonnt zärtlich ins Haar und nähere mich ihren Mund. Meine Lippen bebten, Mein Puls raste schnell. Aber dann konnte ich nicht mehr. Mich durchfuhr ein Gefühl von schlechtem Gewissen und einen bitteren Geschmack in meinem Mund. Kurz bevor ich sie küssen konnte ließ ich los. Wie konnte ich bloß so naiv sein? Wieso habe ich meinen Kumpels diese Idee zugestimmt? Ich ließ mich nach hinten Fallen und saß nun auf dem kalten Boden, dabei nahm ich zitternd meine Brille ab, die sich langsam beschlug. Das Mädchen richtete sich langsam auf und sah verängstlich zu mir rüber. Ihre Arme waren schützend um ihren zierlichen Körper geschlungen.

Ich hätte beinahe ein viel jüngeres Mädchen vergewaltigt! Ich könnte dafür ins Gefängnis gelangen!, genau diesen Satz flog in meinem Kopf. Das ist strafbar. Ich bin Lehrer, so etwas erwartet man nicht von einem Lehrer.

Ich massierte mit einer Hand meine Schläffen und kniff die Augen fest zu. Wie blöd konnte man sein? Sich von seiner Lust und Gierde leiten zu lassen. Du gehörst ins Gefängnis, lieber Jason! Sei froh, dass du noch heil rausgekommen bist, aus dieser Sache. Ich hörte, wie das Mädchen auf mich zukam. Sie zögerte. Doch dann lag aufeinmal ihre Hand auf meine Schulter, dann die andere Hand... und plötzlich umarmte sie meinen Kopf. "Wieso haben sie das getan?", flüsterte sie mit ihrer samt Stimme in meinen erröteten Ohren. Ihre Wange lag auf meiner Stirn, sie duftete herrlich. "Ich weiß es selber nicht", antwortete ich gebrochen. "Ich will doch bloß eine Freundin, kein Pech mehr in Sache Beziehung"

plötzlich kam ich mir dumm vor. Ein Mann heulte sich bei einem Mädchen aus. Eine, die noch jung und unverserrt war. "Das verstehe ich nicht", meinte sie darauf vorwurfsvoll und löste sich von mir. Unsere Blicke trafen sich. Ich merkte, wie sie mit ihre Engelsaugen mich musterte. Von oben bis unten. "Sie sehen doch total in Ordnung aus, um nicht gleich zu sagen sehr hübsch."

Ich musste darauf kurz lachen und setzte meine geputzte Brille wieder auf. "Kind, die Frauen wollen heutzutage nicht nur das Aussehen. Sie wollen Charackter!"

Darauf hin sagte sie erstmal garnichts und knöpfte sich wieder den Mantel zu. "Sie sind ein Hoffnungsloser Fall, habe ich Recht? Sie denken ich würde so etwas nicht verstehen können. Aber da irren Sie sich", diese Worte schlugen ein wie Zeitbomben. Es erschrag mich sehr, wie ein Mädchen in so enem Alter reden konnte. "Das kannst du doch garnicht vorstellen. Du wärst beinahe Opfer einer Straftat geworden, also rede nicht so leichtfertig vor dich hin. Ein Mädchen kann doch nicht die Gefühle eines Mannes verstehen", konterte ich dann gereizt und stand schwerfällig auf. Dabei zog ich die kalte Novemberluft ein, das sollte meinen Kopf klären. Das Mädchen stand ebenfalls auf. "Bringen Sie mich wenigstens nach Hause?", fragte sie nach, legte den Kopf schief und schaute mich mit ihre Kulleraugen an. Wie konnte man da bloß nein sagen? Komischerweise bekomme ich bei ihr keinen juckenden Hals und nasse Hände. Ich wusste selbst nicht, was in mir vorging. Ich nickte nur schwach und führte sie darauf hin zu meinen roten Smart, der versteckt im nahe liegenden Wald lag. "Sehr ausgefeilt, habe ich recht?"

Jetzt verstand ich, warum die Leute meine Klugscheißerei so hassten. Ich muss es mir abgewöhnen. Wortlos öffnete ich ihr die Tür und wir fuhren ohne ein Gespräch zu ihrer genannten Adresse. Eine Wohnung also. Vor der Tür, zum Treppenflur, fragte sie noch nach: "Ich heiße Yuko und wie heißen Sie?"

"Nenne mich Jason und hör bitte auf mich zu Siezen", dabei ging ich wieder zu meinem Auto zurück und fuhr fort, an der Winterlandschaft vorbei. War dieses Gefühl Abscheu? Aber wie konnte ich Abscheu für ein weibliches Wesen empfinden?

20.10.09 16:41
 


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